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in deutscher Sprache

 

 

Paperback

11 x 17,5 cm

81 Seiten

8,90 EUR

 

Buchbestellungen versandfrei in Deutschland bei

 

 

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  beide@bvb-remmel.de

www.bvb-remmel.de

 

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Inhalt

 

 8 Vorwort

Der Unterrichtsbeginn

 

12 Das gelobte Land

Der verführerische Klang eines englischen Wortes

(Eine deutsch-palästinensisch-israelische Geschichte)

 

40 Der Kaufmann von Venedig

Eine lehrreiche shakespearesche Tragikomödie

 

65 Weiße Rosen aus Athen

Eine griechische Geschichte, der Daily Mail untergeschoben

 

77 Der unheimliche Byrt MacPeye

Eine gruselige Geschichte nicht frei von Vorurteilen

 

 

 

 Eine Supernova am Himmel

der heiteren Belletristik

 

Hier ist einer am Werk, der das Gesetz des humorvollen Schreibens im Blut hat. Der rechnet nicht. Der klügelt nicht aus. Der tüftelt nicht. Er sieht beim Schreiben. Und überall ist da auch immer das tastende Wort der Liebe zum Leben. Das ist stets spürbar, packt einen und lässt nicht mehr los. Rainer Triller! Ein aufleuchtender Stern … eine deutsche Supernova am Himmel der englischsprachigen, intelligenten und humorvollen Belletristik. Denn er dichtet auf Englisch – spontan und intuitiv – und in dieser Gussform schmiedet er seine deutschen Prosatexte.

 

Typisch  für  die  Triller‘sche  Schreiberei  ist  die  Sache  mit dem Trick der doppelten Wirkung: Der Spaß als herkömmlicher Spaß und auch zugleich seine Infragestellung, die ironische Unterhöhlung; die Sache  an sich und gleich auch ihre zärtliche Pointe.

 

Uwe Gronau

https://uwe-gronau.de/

 

 

 

Leseprobe

 

 

 

Eine Geschichte,

dem palästinensischen  Volke ge-

widmet von den Freunden Israels

 

 

Das gelobte Land

 

oder

 

Der verführerische Klang eines englischen Wortes

 

 

    “Palatinate” – immer wenn er bis aufs Äußerste angespannt war, sprach er leise dieses Wort vor sich hin, das förmlich auf seiner Zunge zerging. Mohamed Fattuh sah wenig Hoffnung für sich und seine Familie. Er hatte nie viel Zuspruch oder Mitgefühl erfahren all die Jahre, die er in Gaza City verbracht hatte. Die einzige Möglichkeit, sich dem harten Alltag zu entziehen, wenn sich die Lage wieder einmal unangenehm zugespitzt hatte und er am Rande der Verzweiflung stand, bot ihm ein zerfledderter englischer Atlas, den er dann hoffnungsvoll herausholte und vorsichtig auf seinem Schoß platzierte, um die europäischen Staaten zu studieren, die seiner Familie und seinen Freunden eine bessere Zukunft gewähren könnten. Er hatte erst kürzlich gehört, dass Deutschland wohl der beste Staat sei für Menschen, die sich verfolgt und unterdrückt fühlten. Aus diesem Grunde studierte er besonders aufmerksam die deutschen Gebiete, von denen er hoffte, dass sie eines Tages die Massen der palästinensischen Flüchtlinge aufnehmen würden, die dem Grauen im eigenen Lande entkommen waren. Dabei stieß Mohamed auf einen deutschen Landstrich, der zumindest dem Namen nach den Eindruck erweckte, ein geeigneter Ort für seine palästinensischen Landsleute zu sein. Langsam las er den wohlklingenden Namen dieser Gegend, die man auf Englisch „Palatinate“ nennt und dessen Bezeichnung ein wenig so aussieht wie „Palästina“. Von daher meinte Mohamed, dass diese Region durchaus das gelobte deutsche Land sein könnte, nach dem sich seine Nation so inständig sehnte.

…………………………..

Wider Erwarten war die örtliche Dorfgemeinschaft nicht  bereit, ihr Dorf und ihr Land mit diesem unbekannten, noch dazu so komisch aussehenden Kerl zu teilen, bei dem nicht auszuschließen war, dass er ein Terrorist oder Spion war. Mohamed gestikulierte aufgeregt in seiner typisch arabischen Art und machte auf diese Weise deutlich, dass er gekommen war, um zu bleiben. Er führte dazu allerlei Argumente an, die dafür sprachen, dass dies der richtige Ort für alle entwurzelten Palästinenser war. Mohamed behauptete, wenn man ihre beiden Heimatländer vergliche, dann würde man feststellen, dass sie viele Gemeinsamkeiten hätten. Wortgewandt wies er darauf hin, dass beide Länder einst Teil des untergegangenen, mächtigen Römischen Reiches waren, und er sei schließlich ein aufgeklärter Palästinenser, der nicht gekommen sei, um eine ehemalige römische Siedlung auszuplündern. Die Dorfgemeinschaft schaute recht beschämt drein, als Mohamed dann mit etwas Nachdruck erklärte, er hätte sich auch gründlich mit der Geschichte der örtlichen Kirche auseinandergesetzt, die ohne die tatkräftige Unterstützung seines eigenen Landes überhaupt nicht existieren würde.

Der Pfarrer der Kirchengemeinde wusste, dass es da noch einen Schuppen gab, in dem sich Mohamed für einige Zeit niederlassen konnte, doch er bestand darauf, dass er den Schlüssel nur gegen eine ordentliche Quittung und eine kleine Gebühr aushändigen könne. Etwas verlegen sagte Mohamed, er habe kein Bargeld und sähe sich daher außer Stande den Pfarrer auf der Stelle zu bezahlen. Doch er beteuerte, er könne es arrangieren, dass die Kirchengemeinde sein Grundstück in Gaza im Austausch erhielte. Es handele sich dabei um ein Stück Land, das vollkommen steuerfrei sei, mit Blick auf das Mittelmeer.

    „Steuerfrei? Mit Blick auf das blaue Mittelmeer?“ Die Bewohner der Gemeinde Weyher hörten dies mit einiger Verwunderung und offensichtlichem Entzücken. Im Nu wurde Mohamed von allen Seiten bedrängt. Während er noch etwas verblüfft dreinschaute, konnte er sich kaum vor dem Ansturm der laut durcheinanderschreienden Menge retten. Obwohl Mohameds Beteuerungen nicht ganz erwiesen waren, wurde ihm innerhalb kürzester Zeit mehr Land angeboten als er für sich selbst benötigte.

Die neuen Grundstückseigentümer beeilten sich nun, das Land, das sie entlang des palästinensischen Strandes erworben hatten, möglichst bald in Besitz zu nehmen. Sie begaben sich daher unverzüglich an diesen Ort, um dort die gesunde Seeluft und die herrliche Sonne zu genießen und gemütlich in den Tag zu leben und ihren Vergnügungen nachzugehen. Anfänglich waren es nicht mehr als fünfzig Deutsche, die ihre Ferienhäuser an der palästinensischen Küste bauten. Die Häuser waren schnurgerade ausgerichtet, funktional gebaut und nach äußerst praktischen Überlegungen angelegt. Hinter vorgehaltener Hand gab der eine oder andere Palästinenser etwas neidisch zu, wie sehr ihn diese schönen Häuser beeindruckten. Die Gärten sahen makellos und prächtig aus. Die Blumenbeete und jede noch so kleine Rasenfläche wurden täglich gewissenhaft von jeglicher Form des Unkrauts befreit und waren von einem zweckmäßigen deutschen Jägerzaun umgeben, sodass kein herumstreunender Hund oder unbeherrschter Passant die Gärten als öffentliche Toilette benutzen konnte. Bisher war in der Gegend von Nazareth bis Betlehem noch niemand auf die Idee gekommen, einen Gartenzwerg vor seiner Behausung zu platzieren. Hier konnte man dagegen nahezu eine Million von ihnen bewundern, die in Reihe und Glied unter den im Winde wehenden deutschen Nationalfahnen friedlich nebeneinander standen.

Mit jedem Grundstück, das die Deutschen erwarben, wuchs die palästinensische Gemeinde in Weyher. Die palästinensischen Neubürger betrachteten die Pfalz als ihre Ersatzheimat. Das Leben im Gazastreifen war im Vergleich zu ihrer neuen Heimat wesentlich spannungsbeladener. Hier ereigneten sich häufig Dinge, die die täglichen Abläufe empfindlich aus dem Gleichgewicht brachten.

    Für die Deutschen, denen es gelungen war ein Grundstück in der Westbank zu erwerben, war das tägliche Leben weniger nervenaufreibend, aber ihre neu entstandenen Städte und Siedlungen waren der israelischen Regierung ein Dorn im Auge. Sie hatte die deutschen Eindringlinge gefürchtet, lange bevor diese sich in diesem Gebiet niederließen. Durch den konstanten Zuzug der Deutschen in die Westbank fühlten sich die Israelis nun regelrecht umzingelt. Vorsichtshalber warnte die israelische Regierung ihre unbekümmerten palästinensischen Nachbarn, dass die Deutschen immer auf der Suche nach billigen  Arbeitskräften seien und sie darüber hinaus ganz spezielle Methoden entwickelt hätten, die Nationen dieser Welt über ihre wahren Absichten zu täuschen, indem sie jedermann geschickt in den Glauben versetzten, ein Deutscher könne keiner Fliege etwas zuleide tun.

 

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Diese sarkastisch humorvollen Phantastereien, die wie Schwingtüren zwischen den Zeilen pendeln … das macht ihm so schnell keiner nach, und hier sollte man die grundsätzliche Scheu überwinden und einmal alle gesparten Superlative freigiebig über ihn ausschütten: TRILLER ist ein wahrer Meister seines Faches.

 

Uwe Gronau

https://uwe-gronau.de/

 

 

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